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Australien vor Richtungsänderung bei der Wahl

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Australien vor Richtungsänderung bei der Wahl

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Vielleicht hat John Howard ja bald mehr Zeit für sein geliebtes Walken: Zwei Tage vor der Parlamentswahl hat Australiens konservativer Regierungschef nach allen Umfragen kaum Chancen – und das nach vier Wahlsiegen in Folge und elf Jahren an der Spitze.

Dazu kommt jetzt noch ein peinlicher Wahlkampfausrutscher: In einem Wahlkreis haben Mitglieder seiner Liberalen Partei Flugblätter verteilt, die den Gegner, die Labor-Partei, als islamistenfreundlich darstellen. Howard verteidigt sich: Er habe damit nichts zu tun, das wisse auch die Labor-Partei; und er habe das sofort verurteilt.

Dabei läuft die Wirtschaft rund, die Einkommen steigen, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie nie zuvor: Und doch hat Howards Herausforderer Kevin Rudd die besseren Chancen. Natürlich will auch er nichts an der erfolgreichen Wirtschaftspolitik ändern, und auch sonst haben beide Parteien viel gemeinsam.

Aber Rudd und seine Labor-Partei wollen Australien international stärker einbinden, zum Beispiel im Klimaschutz. Australien solle führend sein im Kampf gegen Armut, Krankheit und Unterentwicklung, verspricht er. Und dazu kommt: Er will die australischen Soldaten aus dem Irak zurückholen.

Der Oppositionsführer will für sein Land vor allem mehr Einfluss in Asien, in aufstrebenden Ländern wie China und Indien. Er selbst spricht fließend Chinesisch und war als Diplomat unter anderem in China.

Dazu ist gerade der Klimaschutz in Australien in den letzten Jahren zu einem Thema geworden: Auslöser ist die schwerste Dürre seit Generationen, die nun schon seit Jahren anhält. Der Amtsinhaber Howard hat erst in diesem Jahr begonnen, den Klimawandel ernst zu nehmen – mit einem Verbot von Glühbirnen.

Rudd ist dagegen für klare Ziele, um Wind- und Sonnenenergie zu fördern und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Das Kyoto-Protokoll hatte Australien unter Howard nie unterzeichnet.