Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Chávez darf in Kolumbien nicht mehr vermitteln


welt

Chávez darf in Kolumbien nicht mehr vermitteln

Vorläufig ist es das Aus für Hugo Chávez und seine Vermittlungsversuche in Kolumbien, zwischen der dortigen Regierung und den linksextremen Rebellen der FARC-Bewegung. Allerdings wollen sich nicht alle mit dem Ende seiner Bemühungen abfinden.

Chávez, der Präsident des Nachbarlandes Venezuela, hatte seit drei Monaten vermittelt. Sein kolumbianischer Kollege Álvaro Uribe hat ihm die Erlaubnis dazu jetzt aber entzogen.

Als Grund nennt sein Sprecher, dass Chávez den kolumbianischen Armeechef angerufen habe, um von ihm mehr über die Geiseln zu erfahren, die die FARC in ihrer Gewalt hat. Ein solcher direkter Kontakt, quasi an Uribe vorbei, sei Chávez aber verboten gewesen. Warum, sagte Uribes Sprecher nicht.

Eine der Geiseln ist Ingrid Betancourt, eine frühere Präsidentschaftskandidatin, die auch die französische Staatsbürgerschaft hat. Seit 2003 hat ihre Familie in Frankreich von ihr kein Lebenszeichen mehr; Chávez hatte bei einem Treffen jetzt aber ein
baldiges neues Lebenszeichen versprochen.

Betancourts Mann sagt nun, Uribe habe das Geiselproblem in Wahrheit nie lösen wollen. Das sei bei ihm immer so: So bald es – wie jetzt gerade – Fortschritte gebe, stelle er ein neues Hindernis auf.

Frankreich will jetzt aber, dass Chávez weiter vermittelt. Ein Sprecher von Präsident Nicolas Sarkozy sagte, an Uribe gehe ein entsprechender Brief. Chávez biete weiterhin die beste Möglichkeit, Betancourt und die anderen Geiseln der FARC freizubekommen.

Mehr zu:

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

welt

Bahnstreik in Frankreich vor dem Ende