Eilmeldung

Eilmeldung

Präsidentenwahl im Libanon aufgeschoben

Sie lesen gerade:

Präsidentenwahl im Libanon aufgeschoben

Schriftgrösse Aa Aa

Im Libanon hat Präsident Lahoud die Armee aufgefordert, die Sicherheit zu gewährleisten. Zuvor war zum fünften Mal binnen weniger Wochen die geplante Wahl eines neuen Präsidenten gescheitert. Die anti-syrische Parlamentsmehrheit und die von der radikal-islamischen Hisbollah angeführte Opposition konnten sich nicht auf einen Nachfolger des pro-syrischen Amtsinhabers verständigen.

Für die Einigung seien weitere Konsultationen erforderlich, sagte der Pressesprecher des Parlaments. Daher sei die Abstimmung auf kommenden Freitag verschoben worden.
Beobachter äußerten die Befürchtung, es könnte nun zu Unruhen im Land kommen. In der Hauptstadt Beirut bezogen Soldaten und Panzer an allen wichtigen Kreuzungen Position.
Von einem Machtvakuum könne keine Rede sein, sagte ein Abgeordneter der Regierungsmehrheit: Das Land habe zwar ab Mitternacht keinen Präsidenten mehr, aber eine gewählte Regierung, die alle nötigen Machtbefugnisse habe.
Auch ein Abgeordneter der pro-syrischen Opposition sah keine Gefahr im Verzug: Alle seien daran interessiert, die Ruhe im Land zu bewahren. Die Armee werde für Sicherheit sorgen, und alle Parteien würden einen Konsens suchen und schließlich einen Präsidenten wählen.
Der libanesische Staatspräsident muss laut Verfassung stets ein maronitischer Christ sein;
das Amt des Regierungschefs steht dagegen ausschließlich einem sunnitischen Muslim zu, das des Parlamentspräsidenten einem Schiiten.