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Angespannte Lage im Libanon

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Angespannte Lage im Libanon

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Im Libanon ist nach dem Ende der Amtszeit des pro-syrischen Präsidenten die Lage gespannt. Die anti-syrische Parlamentsmehrheit und die von der radikalislamischen Hisbollah angeführte Opposition konnten sich bisher nicht auf einen neuen Präsidenten einigen. Unterdessen wurde Emile Lahoud in Beirut mit militärischen Ehren verabschiedet. Zuvor hatte Lahoud erklärt, angesichts der schwierigen Lage habe nun die Armee die volle Verantwortung für die Sicherheit. Diese Verlautbarung wurde von der Regierung umgehend zurückgewiesen: Laut Verfassung sei es die Regierung, die in dem Zeitraum ohne Präsident dessen Befugnisse innehabe, betonten Sprecher der anti-syrischen Parlamentsmehrheit.

Im Lande und in der Hauptstadt Beirut herrschte eine angespannte Ruhe. Beobachter äußerten die Befürchtung, es könnten Unruhen ausbrechen. Die Lage sei gar nicht gut, sagt dieser Mann in Beirut. Er habe angenommen, die Abgeordneten hätten sich auf Michel Aoun geeinigt, der sei für den Libanon doch die einzige Hoffnung. Der ex-General und Christenführer Michel Aoun hat sich mit der Hisbollah verbündet und ist Kanidat der pro-syrischen Opposition. Laut Verfassung muss der Präsident des Landes ein maronitischer Christ sein. Das Amt des Regierungschef ist einem sunnitischen Muslim vorbehalten, das des Parlamentspräsidenten einem Sunniten. Die Wahl eines neuen Präsidenten war gestern schon zum fünften Mal binnen weniger Wochen gescheitert.