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Auftakt zur kroatischen Parlamentswahl

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Auftakt zur kroatischen Parlamentswahl

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Kroatien wählt am Sonntag ein neues Parlament. Wahlberechtigte im Ausland konnten schon heute ihre Stimmen abgeben – insgesamt vierhundert-tausend. Ein großer Teil von ihnen lebt in Deutschland: Etwa jeder zehnte wahlberechtigte Auslands-Kroate konnte in Deutschland die Stimme abgeben: Aus der Hauptstadt Zagreb komme sie, sagt diese Frau im kroatischen Konsulat in Stuttgart. Dort lebe sie schon seit 41 Jahren.

Doch die meisten Wahlberechtigten im Auslands leben in Bosnien-Herzegowina – mehr als 280.000. Damit sind sie ein wichtiger Faktor, und da sie eher nationalistisch wählen, ist ihr Wahlrecht umstritten. In der Hauptstadt Sarajevo erklärte ein Wähler, der kroatische Staat habe ihm das Wahlrecht gegeben, also mache er davon Gebrauch. Der kroatischen Staat wird seit der Trennung von Jugoslawien und der Unabhängigkeit 1991 fast ununterbrochen von der konservativen Partei HDZ regiert.

Ob Ivo Sanader weiterregieren kann, ist ungewiss: Nie zuvor seit der Unabhängigkeit ist ein knapperes Ergebnis erwartet worden. Die HDZ und die oppositionellen Sozialdemokraten von Zoran Milanovic können nach den Meinungsumfragen jeweils mit rund einem Drittel der Stimmen rechnen. Somit wären beide auf Koalitionspartner angewiesen.

Der Wahlkampf wurde mit harten Bandagen geführt: Die HDZ warf den Sozialdemokraten vor, Abtreibungen und Drogen freigeben zu wollen. Im Gegenzug behauptete die SDP, Sanaders Regierung sei korrupt, seine Partei finanziere sich aus zweifelhaften Geldquellen.