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Frankreich will Internet-Piraten vom Netz nehmen

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Frankreich will Internet-Piraten vom Netz nehmen

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Für Internetnutzer in Frankreich wird es ernst: Künftig soll ihre Verbindung gekappt werden, wenn sie illegal Filme und Musik herunterladen. Das sieht eine gemeinsame Vereinbarung von Rechteinhabern, Internetdienstleistern und Regierung vor. Federführend war dabei Denis Olivennes, Chef des Medien-Riesen FNAC. Die Unternehmen verlieren jährlich Milliarden durch Internet-Piraterie. “Es geht nicht um Kriminelle, die Geld machen wollen”, so Olivennes, “Es geht um Ihre und meine Kinder. Wir warnen sie, mit der Piraterie aufzuhören. Keiner kommt ins Gefängnis. Es gibt nicht einmal Geldbußen.”

Die Nutzer sollen gewarnt werden, wenn sie geschützte Daten herunterladen. Eine unabhängige Behörde soll dann über Sanktionen entscheiden, ihr soll ein Richter vorstehen. Gleichzeitig will die Industrie Filme und Musik schneller online verfügbar machen und technische Barrieren abbauen. Der Weltverband der Phonoindustrie begrüßte den Schritt.

Verbraucherschützern aber gehen die Vorschläge zu weit: “Wie richten damit eine Internetpolizei ein, mit gewissen richterlichen Kompetenzen. Das ist weder vereinbar mit den allgemeinen Rechtsgrundsätzen, noch mit der Verfassung”, fürchtet Verbraucherschützer Julien Durgnon.

Präsident Sarkozy jedoch ist überzeugt, dass die von ihm angestoßenen Maßnahmen greifen werden. Das Internet dürfe nicht zu einem digitalen Wilden Westen werden, so Sarkozy.