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Labor-Chef Kevin Rudd gewinnt australische Parlamentswahlen

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Labor-Chef Kevin Rudd gewinnt australische Parlamentswahlen

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Ein strahlender Sieger: Kevin Rudd hat die australischen Parlamentswahlen klar gewonnen. Rund 53 Prozent der Wähler gaben dem 50-jährigen studierten Sinologen ihre Stimme. Lange Zeit galt Rudd als zu farblos – nun hat er sich positioniert: als Politiker, der weniger für die alten Werte seiner Labor-Partei steht, aber dafür auf dem diplomatischen Parkett zuhause ist. “Wir wollen die Generation sein, die die Gelegenheiten von heute ergreift und in das Australien von morgen investiert”, rief Rudd nach der Wahl seinen ASnhängern zu. “Das ist die Mission, die wir als nächste australische Regierung erfüllen müssen und ich möchte, dass wir sie gemeinsam erfüllen. Morgen krempeln wir die Ärmel hoch und sind zu harter Arbeit bereit.” Und dann witzelte er: “In der Zwischenzeit – gönnen Sie sich doch noch eine gute Tasse Tee…”

Rudds Wahl markiert auch eine Kehrtwende in der bislang betont amerikafreundlichen Politik Australiens. Der künftige Premierminister will das Kyoto-Protokoll unterzeichnen und die rund 600 australischen Soldaten aus dem Irak abziehen. Für den bisherigen Premierminister John Howard wurde der Wahltag zum Debakel. Nur 46 Prozent stimmten für seine Liberale Partei, und Howard zog die Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug aus der Politik an. Die Australier nahmen ihm offenbar übel, dass er auch nach elf Jahren als Regierungschef keinen anderen Spitzenkandidaten zulassen wollte. In einer Blitzumfrage nach der Wahl sagten 50 Prozent der Befragten, Howard sei zu lange im Amt gewesen.

Innenpolitisch ändert sich auf dem kleinsten Kontinent wohl wenig. Rudd kündigte die Fortsetzung von Howards Politik an, denn diese war unleugbar äußerst erfolgreich: Die australische Wirtschaft boomt und die Haushaltseinkommen haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt.