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Unruhen in Pariser Vorstadt: der Frust ist geblieben

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Unruhen in Pariser Vorstadt: der Frust ist geblieben

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Zwei Jahre nach den “Banlieue-Unruhen” ist es in einem Pariser Vorort erneut zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Hunderte Jugendliche setzten zogen durch die Straßen von Villiers-Le-Bel und setzten Autos, Häuser und ein Kommissariat in Brand. Mindestens fünfundzwanzig Polizisten wurden während der Krawalle verletzt. Der Auslöser war ein tödlichen Zusammenstoß zweier Jugendlicher mit einem Polizeiauto. Die Staatanwaltin des zuständigen Gerichts erklärt, die beiden Jugendlichen seien mit einem Crossmotorrad auf den Wagen der Polizisten geprallt. Augenzeugen könnten das bestätigen. Die genauen Umstände würden ermittelt. Das Motorrad war offenbar gestohlen, und die beiden Fahrer ohne Helm.

Anwohner aber sprechen von Totschlag, oder zumindest von unterlassener Hilfeleistung. “Cabo” nennt sich ein Freund der beiden Verunglückten. Aufgebracht erzählt er, was ihm von Augenzeugen berichtet wurde: “Die beiden Jungs lagen auf der Straße und litten furchtbar! Dem einen war der Fuß abgerissen worden, aber die Polizisten haben ihm nicht geholfen! Sie wollten wegfahren, aber das ging nicht, weil das Auto beschädigt war. Und dann sind sie einfach weggerannt.” Eine Krankenschweser aus der Gegend hätte helfen wollen – aber zu spät: Die beiden Jungen waren tot.

Schnell sind die Parallelen zu den Unruhen 2005 gezogen: Erneut sollen Polizisten am Tod zweier Jugendlicher mitschuldig sein. Aber vor allem: Trotz zahlreicher damals angekündigter Maßnahmen hat sich in den französischen Vorstädten kaum etwas verändert. Der Frust ist geblieben, explosiv wie vor zwei Jahren.