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Toter bei Anti-Nahostkonferenz-Demonstration in

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Toter bei Anti-Nahostkonferenz-Demonstration in

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Bei einer Demonstration gegen den Nahostgipfel im amerikanischen Annapolis ist in Hebron im Westjordanland ein Mensch ums Leben gekommen. Wie der 35jährige starb, ist noch unklar. Palästinensische Sicherheitskräfte hatten auf eine nicht genehmigte Demonstration mit Schüssen reagiert.

Die Palästinenserführung hatte alle Demonstrationen und Pressekonferenzen im Zusammenhang mit der Nahost-Konferenz untersagt. Damit sollte offiziellen Angaben zufolge ein Ausbruch von Gewalt verhindert werden.

Auch in Ramallah und Nablus im Westjordanland schritten palästinensische Polizisten gegen Demonstrationen ein. In Ramallah setzten die Sicherheitskräfte nach Augenzeugenberichten Gummiknüppel gegen rund 100 Demonstranten ein.

Im Gazastreifen protestierten tausende Anhänger der radikalislamischen Hamas-Organisation. Hamas-Politiker Ismail Hanija kritisierte die Teilnahme von 16 arabischen Staaten als “Schritt zurück”. Palästinenserpräsident Abbas wurde aufgefortdert, keinerlei Kompromisse zu machen. Die Hamas
kontrolliert seit Mitte Juni den Gazastreifen, nachdem sie in einem blutigen Bruderkrieg mit der Fatah-Organisation von Abbas die Oberhand behalten hatte.

Nach Ansicht führender Hamas-Politiker wie Ismail Hanija gehört zu einem künftigen Staat Palästina auch das heutige Staatsgebiet Israels. Darüber hinaus besteht die Hamas auf dem Rückkehrrecht der 4,5 Millionen palästinensischen Flüchtlinge und der Freilassung von rund 10 000 palästinensischen Häftlinge aus israelischen Gefängnissen.