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Russlands junge Wähler - oder Nichtwähler

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Russlands junge Wähler - oder Nichtwähler

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Sie rufen “Duma, Duma” und aus dem Lautsprecher tönt es zu flotter Musik “Wir sehen Russland immer positiv…”
So geht es zu, wenn die junge Garde der Kreml-Partei “Geeintes Russland” aufmarschiert.
Ihre Organisation heisst “Naschie” –
zu deutsch “die Unseren” .

“ Wir vertrauen auf Putin”, antwortet Wladislaw, einer der “Unseren”, dem ausländischen Reporter und erklärt : “Er hat ungeheuer viel für unser Land getan. Er hat uns aus dem Chaos der 90er Jahre zu den heutigen Erfolgen geführt. Das müssen wir jetzt weiterführen.”

Zentrale der jungen Sozialdemokraten, der Jugendorganisation der Partei “Jabloko” .
Jabloko spielte unter Jelzin in den Jahren der Liberalisierung noch eine gewisse Rolle –
scheiterte bei der Duma-Wahl 2003 aber an der Fünf-Prozent-Hürde.
Chef ihrer Jugendorganisation ist Iwan Bolschakow.
Er meint, die Mehrheit der russischen Jugend interessiere sich nicht für Politik.
Da würde die Atmosphäre von Druck und strikter Kontrolle in den Jahren der Sowjetunion noch nachwirken. Und die Regierung jetzt, heute, benutze die Jugend für ihre Ziele.

Auch die Analistin Mascha Lipman vom Carnegie Centre meint, wie in anderen Ländern auch seien junge Leute nicht besonders an Politik interessiert.
Sie kann sich aber vorstellen, dass diesmal der auf die Jugend zielende Wahlkampf wirke und mehr Jugendliche zum Wählen bewege.
“ Das wird aber kein revolutionärer Wandel, der die Jugend wirklich aktiviert”, betont sie,” weil es eine Kampagne mit vorausbestimmten Resultaten ist”.

Was sie meint, sieht man im Straßenbild.
Im Stile Stalinscher Aufrufe wird da unübersehbar aufgefordert:
“Wählt Nummer 10 !”
Die Losung darunter sagt “ Moskau wählt Putin”.

Die Erstwählerin Swetlana will dem folgen.
“Jeder junge Russe wird wählen”, sagt sie und “selbstverständlich die Partei Geeintes Russland”.

Die 21jährige Annetta geht nicht zur Wahl.
“In diesem Land ist doch alles schon voraus bestimmt. Ich habe das Gefühl, Wahlen ändern gar nichts.”