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Putsch-Versuch in Manila gescheitert

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Putsch-Versuch in Manila gescheitert

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In Manila haben sich mehrere Dutzend aufständische Soldaten den Behörden ergeben. Sie hatten am Morgen ein Luxus-Hotel in der philippinischen Hauptstadt besetzt und den Rücktritt von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo gefordert. Der Anführer des Aufstandes, Antonio Trillanes, sagte, er akzeptiere die Konsequenzen seines Verhaltens. Er warf Arroyo Korruption und Wahlbetrug vor. Arroyo kündigte unterdessen an, dass die Aufständischen schon bald angeklagt würden. Über Manila wurde für die kommende Nacht eine Ausgangssperre verhängt. Um die Meuterei zu beenden, brachte die Armee mehrere hundert Soldaten in Stellung. Ein Einsatzkommando der Armee fuhr mit einem gepanzerten Truppentransporter in die Lobby des Hotels, nachdem die Rebellen einem Aufruf, sich zu ergeben, nicht gefolgt waren. Die Soldaten schossen mit Tränengas. Trillanes stand wegen eines Umsturzversuchs aus dem Jahre 2003 vor Gericht und war im Frühjahr aus dem Gefängnis heraus in den Senat gewählt worden. Heute nutzte er einen Gerichtstermin, um sich abzusetzen. Die bewaffnete Militärpolizei, die ihn und seine Mitangeklagten eigentlich bewachen sollte, war offenbar zu Trillanes übergelaufen. Dem Aufruf der Soldaten an die Bevölkerung, sich anzuschließen und die Präsidentin in einem Volksaufstand aus dem Amt zu jagen, folgte offenbar kaum jemand.
Die Regierung kämpft seit Monaten gegen
Korruptionsvorwürfe. Nach den letzten Wahlen hielten sich hartnäckig Vorwürfe eines Wahlbetrugs, die aber nie nachgewiesen werden konnten.