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Vorstadt-Unruhen: Sarkozy sagt "Ganovenherrschaft" den Kampf an

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Vorstadt-Unruhen: Sarkozy sagt "Ganovenherrschaft" den Kampf an

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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat sich dagegen verwahrt, hinter Vorstadt-Unruhen automatisch soziale Probleme zu vermuten. Vor
2 000 Polizisten sagte er, er weise jegliche Verharmlosung zurück, die aus jedem Straftäter ein Opfer der Gesellschaft mache und aus Straßenschlachten ein soziales Problem.

Wer Straftaten begehe, müsse mit der Justiz rechnen.

Sarkozy: “Ich bitte Sie, keinen Aufwand zu scheuen, sei es technisch, wissenschaftlich, menschlich, nachrichtendienstlich. Wer Schusswaffen einsetzt gegen Polizisten, der wird zur Rechenschaft gezogen.”

Er werde jede Entwicklung einer “Ganovenherrschaft” verhindern, sagte Sarkozy – das Wort “voyou” hatte vor zwei Jahren die Proteste in den Vorstädten angeheizt.

Die jüngsten Unruhen – laut Sarkozy hatten sie nichts mit einer sozialen Krise zu tun, vielmehr mit Ganovenherrschaft – waren nach einem tödlichen Unfall zweier jugendlicher Motorradfahrer mit einem Streifenwagen ausgebrochen. Insgesamt 130 Polizisten wurden verletzt, auch durch Schrotkugeln.

Die französische Regierung kündigte unterdessen an, sie werde den versprochenen Plan für die Problem-Vorstädte im Januar präsentieren. Die Jugendlichen aus der «Banlieue» bräuchten eine bessere Ausbildung und Arbeitsplätze, sagte ein Regierungssprecher. Ausserdem müssten die Gebiete durch den öffentlichen Verkehr besser zugänglich gemacht werden. Es gehe aber nicht darum, «Milliarden zu verteilen». Sarkozy hatte bereits im Wahlkampf einen «Marshall-Plan» für die Vorstädte angekündigt.