Eilmeldung

Eilmeldung

Warteschlangen vor belgischen Schulen

Sie lesen gerade:

Warteschlangen vor belgischen Schulen

Schriftgrösse Aa Aa

Kalt ist es, ab und zu regnet es auch – aber trotzdem harren viele Eltern in Belgien tage- und nächtelang vor Schulen aus, auf die sie ihre Kinder schicken wollen.

Es geht um eine neue Regelung für Wallonien, den französischsprachigen Landesteil. Dessen Regierung
will, dass alle Kinder die gleichen Chancen auf den Besuch aller Schulen haben, auch der besten und begehrtesten. Belgische Eltern haben ohnehin die freie Auswahl unter den Schulen.

“Jeder ist hier gleich,” lobt ein Vater; “wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und sonst nichts.” Genau darum geht es: Nur wer rechtzeitig zur Anmeldung an den gefragten Schulen erscheint, dessen Kind kann im nächsten Schuljahr hier lernen. Jedenfalls gilt das für den Start an der Oberschule; der Anmeldetermin ist morgen.

“Der Grundgedanke ist ja gut,” meint ein anderer Mann; “aber trotzdem wird hier diskriminiert. Wer körperlich nicht imstande ist, wie wir hier anzustehen, ist eben benachteiligt.”

Laut wallonischer Regierung betrifft das aber von über siebenhundert Schulen nur einige wenige, vor allem in Brüssel. Und sie verweist darauf, dass auch
das doch besser sei als die bisher üblichen undurchsichtigen Auswahlverfahren, bei denen sich die begehrten Schulen ihre Schüler selbst aussuchen
konnten.