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Kasparow wieder frei - Opposition vor Dumawahl chancenlos

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Kasparow wieder frei - Opposition vor Dumawahl chancenlos

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Nach seiner gestrigen Freilassung hat der russische Oppositionspolitiker Garri Kasparow seine Festnahme als Rechtsbruch bezeichnet. Der frühere Schachweltmeister war nach einer Kundgebung zu fünf Tagen Haft verurteilt worden. Zusammen mit seinem früheren Schach-Gegner Anatoli Karpow gab er ein Radio-Interview. Karpow hatte vergeblich versucht, Kasparow zu besuchen.

Das Oppositionsbündnis Anderes Russland vereine alle, die für die Demokratie stünden, so Kasparow, der als Spitzenkandidat auch zur Präsidentenwahl im kommenden März antreten will. Rund zehn Parteien des gesamten Spektrums seien von der Politik ausgeschlossen.

Die Russen wählen am Sonntag ein neues Parlament. Während die Opposition immer wieder Rückschläge hinnehmen muss, ist Präsident Wladimir Putin auf allen Kanälen präsent. Gestern gab er den Russen eine klare Wahlempfehlung: Alle Erfolge der letzten Jahre seien schwer erkämpft worden, sagte Putin; das gehe nicht automatisch so weiter. Deshalb trete er als Spitzenkandidat der Partei Geeintes Russland an, und deshalb bitte er alle Russen, für diese Partei zu stimmen.

Nach allen Umfragen kann die Partei mit rund sechzig Prozent der Stimmen rechnen. Wegen hoher Zulassungs- und Wahlhürden haben andere Parteien kaum Chancen. Russische Medien berichten zudem von Fällen systematischen Wahlbetrugs. So würden Unternehmen zu Spenden für die Kreml-Partei gezwungen. An den Schule würde auf Lehrer und Eltern Druck ausgeübt. Menschenrechtler sprachen angesichts der Kandidatur Putins von einer Pseudo-Wahl.