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Verfassungsreform: Die Nein-Sager und die Ja-Sager

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Verfassungsreform: Die Nein-Sager und die Ja-Sager

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Vor dem Referendum zur Verfassungsänderung am Sonntag hatte die venezolanische Opposition noch einmal zur Grossdemo aufgerufen. Mehrere Zehntausend Menschen zogen über die Avenida Bolivar in der Hauptstadt Caracas, um gegen die von Präsident Chávez vorgeschlagenen Reformen zu protestieren. “Chávez, niemals wirst du König”, steht auf einem Transparent – eine Anspielung auf eine vorgeschlagene Änderung, nach der Chávez künftig immer wieder zum Präsidenten gewählt werden könnte. “Die Reform der Verfassung, das wäre der Beginn einer Diktatur”, erklärt eine Demonstrantin, “Venezuela würde kommunistisch, ein zweites Kuba!”

Tatsächlich möchte Chávez mit seiner Reform Venezuela zu einer sozialistischen Republik machen. Diese Unterstützer vertrauen ihrem Präsidenten, und machen sich für die vorgeschlagene Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 36 Stunden stark, und für die Verstärkung der Betriebsräte. Der Staaschef warnt unterdessen im Fernsehen, das sein sozialistisches Experiment bedroht sei, und zwar aus dem Ausland: Verschiedene Nachbarländer suchten nur nach einem Vorwand, um ihn zu töten. Mit dem Referendum für das Herzstück seiner Politik steht auch Chávez’ eigene Zukunft auf dem Spiel. Klare Umfragen für den Ausgang gibt es nicht.