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Vorbereitung auf Duma-Wahl

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Vorbereitung auf Duma-Wahl

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Russland bereitet sich auf die Duma-Wahl am Sonntag vor. 107 Millionen Wahlberechtigte sind an die Urnen gerufen, die ersten Exil-Russen haben in Neuseeland bereits ihre Stimme abgegeben. Wegen der Zeitverschiebung öffnen die Wahllokale im fernen Osten Russlands schon heute Abend. Insgesamt stehen 11 Parteien zur Wahl. Dass die Kreml-Partei Geeintes Russland ihre Zwei-Drittel-Mehrheit verteidigt, gilt unter Beobachtern als sicher. Parteichef Boris Gryzlov bezeichnete die Parlaments-Wahl als Referendum für Präsident Wladimir Putin, der als Spitzenkandidat der Partei antritt.

Die Kommunisten könnten wieder stärkste Oppositonskraft werden. Vor vier Jahren bekamen sie fast 13 Prozent der Stimmen. Parteichef Guennadi Zyganov hatte den Wahlkampf als schmutzigsten seit Sowjetzeiten krisiert. Auch den Ultranationalisten könnte erneut der Einzug in die Duma gelingen, 2003 kam die Partei von Wladimir Schirinowski auf gut 11 Prozent. Alle anderen Parteien dürften laut Umfragen an der auf sieben Prozent erhöhten Hürde scheiterten, auch die prowestliche Jabloko, die gegenwärtig vier Direktmandate hält.

Menschenrechtsgruppen und Opposition bezeichneten den Wahlkampf als unfair. Der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow rief die Russen auf, aus Protest ihre Stimmzettel zu zerstören. Nach dem Rückzug der OSZE befinden sich nur vergleichsweise wenige internationale Beobachter im Land.