Eilmeldung

Eilmeldung

ETA-Opfer in Madrid beigesetzt - Tatverdächtige weiterhin auf der Flucht

Sie lesen gerade:

ETA-Opfer in Madrid beigesetzt - Tatverdächtige weiterhin auf der Flucht

Schriftgrösse Aa Aa

Der bei einem Feuergefecht mit mutmaßlichen ETA-Terroristen getötete spanische Polizist ist am Sonntag in Madrid feierlich bestattet worden. Unter anderem nahm der spanische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero an der Trauerfeier teil, ebenso wie Oppositionsführer Mariano Rajoy. Für Dienstag riefen Zapatero und Rajoy die Spanier auf, an einer Großkundgebung gegen den ETA-Terrorismus in der Hauptstadt teilzunehmen.

Der 24-jährige Raul Centano war durch einen Genickschuss ermordet worden. Sein 23-jähriger Kollege Fernando Trapero wurde von mehreren Schüssen getroffen und fiel ins Koma. Nach Angaben des Krankenhauses ist er hirntot. Die beiden Polizisten waren auf einem Beobachtungseinsatz und unbewaffnet. Sie wollten in einer Cafeteria in Capbreton im Südwesten Frankreichs einen Kaffee trinken, als sie drei ihnen bekannte Mitglieder der baskischen Untergrundorganisation ETA entdeckten. Die Terroristen folgten den Beamten ins Freie und eröffneten das Feuer. Danach flohen sie mit dem Auto einer Cafébesucherin, die sie kurzzeitig als Geisel nahmen. “Sie sagten, sie seien von der ETA”, erinnert sich Stephanie Tilhet. “Wir fuhren in den Wald. Sie banden mich an einen Baum und knebelten mich. Ich sagte, ich würde sterben und niemand würde mich finden, aber sie meinten nur, ich sei jung und es sei nicht kalt. Ich habe ihnen Fragen gestellt, ich habe ihnen viel erzählt, von meinen Kindern und von meinem Mann…”

Die Suche nach den Tatverdächtigen blieb vorerst erfolglos. Die Erschießung der Polizisten ist die erste Bluttat der ETA in Südfrankreich. Bislang nützten die Terroristen die Region als Rückzugsgebiet, um dort Anschläge in Spanien vorzubereiten.