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Chavez mit Verfassungsreform gescheitert: Enttäuschte Anhänger, begeisterte Opposition

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Chavez mit Verfassungsreform gescheitert: Enttäuschte Anhänger, begeisterte Opposition

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Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung hat die Verfassungsreform des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez in einem Referendum abgelehnt. Chavez wollte den Sozialismus in der Verfassung verankern und die Beschränkungen für die Wiederwahl des Präsidenten aufheben. Derzeit kann der Präsident nur einmal wiedergewählt werden. “Es ist eure Entscheidung”, sagte Chavez in einer ersten Reaktion, “aber ein so knappes Ergebnis habe ich nicht gewollt.” Und weiter sagte der venezolanische Präsident: “Ich möchte jetzt ein paar Stunden in Ruhe schlafen, aber zuvor bitte ich euch, nach Hause zu gehen. Ein Rat an jene, die feiern wollen: tut es nicht allzu wild.”

Ein Rat, den die Opposition nicht befolgte – sie feierte Chavez’ erste Abstimmungniederlage in knapp neun Regierungsjahren ausgelassen. Oppositionsführer Raul Baduel gab sich dennoch eher zurückhaltend. “Wir müssen zugeben, dass ein Teil der Bevölkerung den Präsidenten unterstützt hat”, sagte er. “Aber heute ist außerdem deutlich geworden, dass es Raum für andere Meinungen gibt.”

Der Ausgang des Referendums war mit nur wenig mehr als 50 Prozent Nein-Stimmen denkbar knapp. Chavez kann nun nach 2012 nicht mehr für das Präsidentenamt kandidieren. Ursprünglich wollte er bis 2050 an der Macht bleiben.