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Statt Politik für Afrika Politik mit Afrika: EU-Afrika-Gipfel soll neue Ära der Beziehungen einleiten

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Statt Politik für Afrika Politik mit Afrika: EU-Afrika-Gipfel soll neue Ära der Beziehungen einleiten

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Als erster ist Libyens Staatschef in Lissabon eingetroffen: Muammar al-Gaddafi kam schon über dreißig Stunden vor dem EU-Afrika-Gipfel, um sich wie erbeten im Zelt am Stadtrand häuslich einzurichten. Das Gipfeltreffen, erst das zweite seiner Art nach siebenjähriger Pause, soll für die Europäer eine neue Phase der Beziehungen zu den ehemaligen Kolonialstaaten einläuten: Statt Politik für Afrika nun Politik mit Afrika.

Der portugiesische Afrika-Experte Fernando Jorge Cardoso meint: “Man sollte von diesem Gipfel zunächst einmal den symbolischen Akt erwarten, der den Beziehungen aus postkolononialer Zeit ein Ende setzt, das heißt Beziehungen zwischen Gebern und Nehmern, und der dann eine neue Ära einleitet, wofür einige Zeit nötig sein wird. Eine Ära des Dialogs über Fragen, die beide Parteien angehen.”

Die EU sieht außerdem Chinas Händler und Hersteller immer mehr Fuß fassen auf dem afrikanischen Kontinent. Bei allen Menschenrechtsverletzungen gab es in einigen Staaten einen demokratischen Wandel in jüngsten Jahren, Beobachter vermerken weniger bewaffnete Konflikte. Was Afrika wirtschaftlich interessanter macht – für Brüssel wie für Peking.

EU-Entwicklungskommissar Lous Michel kann da schon mal die Geduld verlieren: “Jedesmal fragt man mich: Und China, und China? Ich hab keine Meinung zu China äußern, ich habe nichts dagegen, dass Afrika mit China arbeitet. Die Afrikaner haben absolut das Recht, mit den Chinesen und mit anderen Partnern zusammenzuarbeiten.”

Noch bleibt die EU der größte Handelspartner Afrikas, mit einem Volumen von über 200 Milliarden Euro. Wobei die meisten Waren von Afrika Richtung Europa kommen, weil die Afrikaner vieles zollfrei epxortieren können, und die Euroäer damit ein Handelsdefizit drückt.