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Darfur mindestens am Rande des EU-Afrika-Gipfels ein Thema

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Darfur mindestens am Rande des EU-Afrika-Gipfels ein Thema

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An Darfur werden die Gipfelteilnehmer nicht ganz vorbeikommen – gleich nebenan stellt die französische Fotografin Hélène Coux ihre Aufnahmen aus der Krisenregion aus.

Nobelpreisträger, namhafte Schriftsteller und Menschenrechtsorganisationen hatten den Politikern vorgeworfen, beim Gipfel die Augen vor der Lage im Westen Sudans zu verschließen.

“Es ist äußerst wichtig, durch diese Bilder die Aufmerksamkeit auf die Not der Menschen in Darfur zu lenken. Ich denke, das breite Publikum – Sie, ich, jeder auf den Straßen in Lissabon oder in anderen europäischen Hauptstädten sollte wissen, was in Darfur vor sich geht. Und die Bilder sind eine Art, dies zu zeigen”, meint Coux.

Am Rande des Gipfels sollen UN-Gesandte den sudanesischen Präsidenten überzeugen, auch die notwendigen nicht-afrikanischen Kontingente in der UN-Afrika-Truppe zu akzeptieren, die demnächst nach Darfur geschickt werden soll.

Der portugiesische Priester und Sprecher der regierungsunabhängigen Organisationen Padre Leonel klagt: “Wir haben weniger als einen Monat vor Ablauf der Frist, und praktisch nichts ist getan worden. Wir wissen noch nicht, wer das Kommando führt, wer die Truppen stellt, wer sie ausrüstet und wer sie finanziert. Wir sind fast ebenso weit wie am Anfang. Wir wünschen uns, dass die europäischen Regierungen da auf diesem Gipfel etwas ausrichten können.”

Auch auf Zusagen über Hubschrauber für den Darfur-Einsatz wartet der UN-Generalsekretär noch. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2003 sind in Darfur nach UN-Schätzungen 200.000 Menschen ums Leben kommen, über zwei Millionen wurden vertrieben. Insbesondere China wird vorgeworfen, wegen seiner Energie-Interessen die sudanesische Regierung zu decken und den Konflikt noch mit Waffenlieferungen anzuheizen.