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Lawrow warnt vor einseitiger Unabhänigkeit des Kosovo - NATO will Kosovo befrieden

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Lawrow warnt vor einseitiger Unabhänigkeit des Kosovo - NATO will Kosovo befrieden

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Beim Treffen der NATO-Außenminister mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow ist es am Freitag nicht gelungen, die bestehenden Meinungsverschiedenheiten beizulegen. Insbesondere in der Kosovo-Frage bestünde ein grundlegender Disssens betonte Lawrow.

“Wenn die Kosovo-Frage so gelöst wird, wie wir es erwarten, dann wäre das ein Präzedenzfall. Eine Anerkennung der Eigenstaatlichkeit des Kosovos gegen den Willen Serbiens würde Unabhängigkeitsbewegungen in anderen Ländern Auftrieb geben. Die Art und Weise, wie die Kosovo-Krise gelöst wird, wird von vielen Staaten auf der ganzen Welt beobachtet”, sagte Lawrow auf der anschließenden Pressekonferenz.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bekräftigte, die NATO werde versuchen, Ausschreitungen zu verhindern: “Ungeachtet des Ergebnisses des Status-Prozesses wird und muß das Kosovo eine Gegend bleiben, in der es für Kosovaren, Serben und andere möglich sein muß, Seite an Seite zu leben, frei von Angst und Einschüchterung. Und die NATO ist entschlossen dazu ihren Beitrag zu leisten”, betonte de Hoop Scheffer.

Beobachter rechnen mit gewaltsamen Ausschreitungen für den Fall, daß das Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Die albanischstämmige Mehrheitsbevölkerung strebt die Unabhänigkeit an, die Regierung in Belgrad lehnt sie, unterstützt von Moskau, entschieden ab.

Zu dem gut 16 000 Mann starken NATO-Kontingent im Kosovo, das Ruhe und Ordnung aufrechterhalten will, gehören auch rund 3 000 deutsche Soldaten.