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Belgien will mit "Speed dating" die Einheit des Landes erhalten

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Belgien will mit "Speed dating" die Einheit des Landes erhalten

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Eine originelle Idee zur Überwindung der schweren Krise in Belgien: “Speed dating” heißt das Zauberwort, mit dem der Verein “B Plus” die Kluft zwischen den französischsprachigen Wallonen und den niederländisch sprechenden Flamen überbrücken will. Dabei geht es nicht um die Suche nach einem Partner, sondern um den Austausch zwischen den Sprachgruppen. “Wir ignorieren einander”, konstatiert ein Teilnehmer, “wir müssen wieder miteinander sprechen.” Genau darum geht es bei “Speed dating” auf Belgisch, das regelmäßig in verschiedenen Landesteilen stattfinden soll. “Ich würde es zweite Flitterwochen nennen”, lacht eine junge Frau, “ich denke, wir können einander wieder begegnen.” Und ein anderer Teilnehmer stellt fest, dass esnicht direkt um eine “Aussöhnung” gehen – aber darum, den anderen zu verstehen.

Manche Belgier propagieren freilich radikale Lösungen: Der Ex-Ministerpräsident von Brüssel schlug bereits die Teilung des Landes und den Anschluss Walloniens an Frankreich vor – und ein junger Mann ist dafür: “Ich versuche, die Argumente dafür zu vermitteln, warum eine Teilung das Beste für Flamen und Wallonen wäre.”

Einheit oder Spaltung? 400 Prominente appellierten in einem Brief an die Solidarität der Belgier, und immer wieder finden Demonstrationen für ein ungeteiltes Land statt, organisiert von der Lütticher Beamtin Marie-Claire Houart. Der Verein “B Plus” hat sich seit Juni dem Kampf gegen den Separatismus verschrieben – und er zählt jeden Tag zehn neue Mitglieder.