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Fidel Castro kündigt endgültigen Rückzug von der Staatsspitze an

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Fidel Castro kündigt endgültigen Rückzug von der Staatsspitze an

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Das Ende einer Ära steht bevor: Der kubanische Staatschef Fidel Castro will sich offenbar endgültig aus der Regierungsverantwortung zurückziehen. Mitte 2006 hatte sich Castro einer Darmoperation unterziehen müssen, von der er sich nicht vollständig erholte. Seit damals vermied er direkte öffentliche Auftritte. Die neueste Botschaft des 81-jährigen Revolutionsführers, in der dieser seinen Rückzug ankündigt, wurde im kubanischen Staatsfernsehen verlesen. Darin heißt es: “Meine Pflicht ist es, mich nicht an mein Amt zu klammern und den Aufstieg Jüngerer nicht zu blockieren, sondern Erfahrungen und Ideen weiterzugeben, deren Wert sich aus der außergewöhnlichen Epoche ergibt, in der ich gelebt habe.” Gezeichnet: Fidel Castro.

47 Jahre lang hatte Castro Kuba regiert. Nach seiner Erkrankung hatte er die Amtsgeschäfte an seinen jüngeren Bruder Raul übergeben, der seither eine provisorische Regierung leitet. Bislang war jedoch eine Rückkehr Fidel Castros an die Staatsspitze nicht ausgeschlossen worden. Die kubanische Bevölkerung kann Castros Entscheidung verstehen. “Die Jüngeren werden weitermachen”, meint eine Passantin, “sie können nun ans Ruder, damit alles gemäß den Gesetzen weitergehen kann.” Und ein junger Mann erwartet keine Veränderungen: Auch wenn jetzt jemand das Machtvakuum fülle werde es keine Neuerungen geben.

In Kuba laufen derzeit die Vorbereitungen zur Bestimmung der künftigen Regierung. Der Staatsrat wird aus den Abgeordneten der Nationalversammlung gewählt. Anfang Dezember ließ sich Fidel Castro erneut für das Parlament nominieren – auch wenn sein Sitz wenigstens vorerst noch leer bleibt.