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Kofferbomber von Köln im Libanon verurteilt

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Kofferbomber von Köln im Libanon verurteilt

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Einer der beiden “Kofferbomber” von Köln ist im Libanon zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden -wegen “versuchten Massenmordes”. Der Libanese hatte gestanden, im Juli 2006 im Kölner Hauptbahnhof zwei Sprengsätze in Regionalzügen deponiert zu haben, gemeinsam mit einem Landsmann.

Nach Aussage von Jihad Hamad hatten er und sein Bundesgenosse die Bomben als Reaktion auf die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gelegt. Der zweite Angeklagte wurde sogar zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch in Abwesenheit. Beide Angeklagten hatten sich nach der Tat in den Libanon abgesetzt, doch Jussuf el Hadsch-Dib kehrte nach Deutschland zurück und wurde dort festgenommen. Nun wurde vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf der Prozess gegen ihn eröffnet. Sein Verteidiger wies den Mordvorwurf zurück und machte geltend, die Konstruktionsfehler der Sprengsätze seien Absicht gewesen. Wegen der Mängel waren die Kofferbomben in den Zügen nicht detoniert. Bei einer Explosion hätte es nach Ansicht von Experten eine große Zahl von Todesopfern geben können.

Drei weitere Libanesen, die in Beirut wegen Beihilfe zum versuchten Mord angeklagt worden waren, sprach das Gericht frei. Ein mutmaßlicher Mitwisser der Bombenleger soll im Sommer bei Kämpfen zwischen der libanesischen Armee und Kämpfern der Terrorgruppe Fatah al-Islam getötet worden sein.