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Kosovo-Debatte bleibt festgefahren

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Kosovo-Debatte bleibt festgefahren

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Der UN-Sicherheitsrat hat sich nicht auf eine gemeinsame Lösung zur Zukunft der südserbischen Provinz Kosovo einigen können. An der internen Sitzung nahmen sowohl Kosovos Ministerpräsident Hashim Thaci wie auch sein serbischer Amtskollege Vojislav Kostunica teil.

Die europäischen Vertreter in dem höchsten UN-Gremium bedauerten das Scheitern der Gespräche. Wie der belgische UN-Botschafter Johan Verbeke ankündigte, sei die EU bereit, eine führende Rolle bei der weiteren Unterstützung des Kosovo zu übernehmen.

Die Bevölkerung in Pristina reagiert zunehmend resigniert. Ein Kosovo-Albaner erklärt, er habe ohnehin keine Entscheidung erwartet – wegen Russland. Ohne die Hilfe aus der EU und den USA sehe er kein Weiterkommen, die Intervention der Vereinten Nationen sei jedenfalls hoffnungslos gewesen.

Auch der Plan von UN-Vermittler Martti Ahtisaari sieht eine weitgehende Autonomie der Provinz mit europäischer Unterstützung vor. Russland und Serbien warnten dagegen vor einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung.

Wenn es dazu kommen sollte, könne er sich nicht vorstellen, im Kosovo zu bleiben, sagt ein Serbe. Er sei schon jetzt regelrecht von Albanern umzingelt und lebe wie im Käfig.

Um einer möglichen Eskalation der Lage vorzubeugen, hatte die EU in einem ersten Schritt bereits die Entsendung einer “Rechtsstaatsmission” in das Kosovo beschlossen.