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Russen und Serben - eine Geschichte mit Vergangenheit

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Russen und Serben - eine Geschichte mit Vergangenheit

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Wie sehr die Serben auf Russland setzen, wir am stärksten in der geteilten Stadt Mitrovica deutlich.
Immer wieder demonstrieren sie mit Putin-Bilder, also Bildern des Mannes, von dem sie sich die Durchsetzung ihrer Interessen erhoffen.
Einem anderen Russen haben sie sogar ein Denkmal gesetzt – dem 1894 von Albanern ermordeten russischen Botschafter im osmanischen Reich, Grigori Stefanowitsch Tscherbina.
Auf die Frage was für Serben gut ist, hört man ein altes Sprichwort:
“Gott im Himmel und Russland auf der Erde”.

Dabei wären die Russen 1999 fast zu spät gekommen. Über Nacht ließ der damalige Präsident Boris Jelzin in aller Eile einen Verband des Ministeriums für Katastrophenschutz nach Pristina einfliegen. Die Panzer kamen erst in einer der folgenden Nächte, genau, in jener zum 12. Juni.
Gerade noch rechtzeitig, um den Flughafen von Kosovos Hauptstadt Pristina zu kontrollieren.
“Einen eigenen Sektor bekommen die Russen nicht”, lautete damals die harsche Reaktion der US-Außenministerin Madelaine Albright .
Zumindest hatten die Russen erreicht, dass die NATO-Kommandeure mit ihnen über die Nutzung des Flughafens verhandeln mussten, worauf ihr Präsident Boris Jelzin im Kreml erst einmal anstoßen ließ.

Was auch immer die internationale Gemeinschaft zum Kosovo beschließen will – an der Veto-Macht Russland kommt sie nicht vorbei. Das ist heute noch ebenso wahr wie vor sieben-einhalb Jahren.
Unter Jelzins Nachfolger Wladimir Putin der Kreml seine eigene Position eher noch schärfer formuliert.
Putins Sorge ob der möglichen Beispielwirkung eines unabhängigen Kosovo auf Abtrünnige im eigenen Reich ist nicht schwer zu verstehen.
Das widerum haben offensichtlich die Serben, vor allem die im Kosovo erkannt. Ihre “ Russia help!”-Plakate lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.

Mögen da auch irgendwo weit in der Geschichte kulturelle und religiöse Gemeinsamkeiten liegen – heute verbinden Russen und Serben zuallererst politische Interessen.