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Unterschiedliche Auswirkungen durch Schengen

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Unterschiedliche Auswirkungen durch Schengen

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Offiziell begangen wurde die Erweiterung des Schengen-Gebiets im sächsischen Zittau, im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien. Die drei Regierungschefs waren da, ebenso die ganze EU-Spitze.

Kanzlerin Angela Merkel freut sich zum Beispiel für die Jungen, die gleich daneben stehen: “Für uns, die etwas Älteren, ist es eine große Freude, dass die Schülerinnen und Schüler, die jetzt aufwachsen, die jetzt älter werden, dies als eine Normalität erleben werden: Etwas, wovon ihre Eltern und Großeltern geträumt haben und wofür auch viel Leid durchgangen werden musste.”

Für viele Menschen entlang der nun gänzlich offenen
Grenzen wird das Leben einfacher, wie hier in Frankfurt an der Oder. Zum Beispiel freut sich ein deutscher Student: “Es ist wirklich toll, weil ich in Frankfurt studiere, aber hier in Polen im Studentenwohnheim wohne. Es ist echt eine große Erleichterung. Ich hatte es nicht nur einmal, dass ich den Zug verpasst habe, weil ich hier zehn Minuten warten musste in der Schlange. Das ist wirklich sehr, sehr schön.”

Das findet man auch in Slubice, der polnischen Stadt am anderen Flussufer. Der hiesige Bürgermeister Ryszard Bodziacki sagt aber auch, nun, wo die Barrieren weg seien, müsse es mit der Entwicklung der beiden Städte vorangehen, die schließlich eine gemeinsame Stadt werden wollten.

Die Kehrseite der Schengen-Erweiterung: Jetzt stehen auf einmal andere vor der geschlossenen und gut bewachten Schengen-Grenze. So kommen Weißrussen an sich gerne nach Litauen, zum Beispiel zu einem Einkaufsbummel in der Hauptstadt Vilnius, aber das Visum kostet statt fünf Euro jetzt sechzig. “Ich kann dann jetzt nicht mehr so oft rüber zu meinen Freunden,” meint dieser Mann in Minsk; “aber wir machen zusammen Sport, ich kann da nicht aufhören.”

Zumindest arbeiten beide Länder jetzt an einer Sonderregelung für Menschen, die in Grenznähe wohnen. Litauen will sich außerdem bei der EU in Brüssel für eine Preissenkung einsetzen.