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Usbekischer Präsident Karimow vor Wiederwahl

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Usbekischer Präsident Karimow vor Wiederwahl

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Im mittelasiatischen Usbekistan sind am Sonntag mehr als 16 Millionen Stimmbürger aufgerufen einen neuen Staatspräsidenten zu wählen. Zweifel an der Wiederwahl des autoritär regierenden Amtsinhabers Islam Karimow sind ausgeschlossen. Der 69-jährige herrscht seit zwei Jahrzehnten über den Nachfolgestaat der UdSSR.

Seine Kandidatur ist umstritten. Die Verfassung verbietet eine dritte Amtszeit. Seine beiden bisherigen Amtszeiten hatte sich Karimow bereits durch Volksabstimmungen verlängern lassen. Die Herausforderer Karimows gelten ausnahmslos als linientreu.

In Taschkent wollte sich kaum jemand vor laufender Kamera äußern. “Es ist kein Geheimnis, ich habe mich schon vor langem für Karimow entschieden habe”, sagt ein Bräutigam und natürlich stimme auch seine Frau für Karimow.

Öffentlichen Widerspruch wagt in Usbekistan niemand, Menschrechtsorganisationen sprechen von 5000 politischen Gefangenen in Usbekistan: “Alles was wir haben verdanken wir Karimow, Arbeit, Nahrungsmittel, Wohnungen, Wohlstand”, sagt Bäcker Rastam.

Bislang hat es in Usbekistan noch nie Wahlen gegeben, die von internationalen Beobachtern als “frei und fair” bewertet wurden. Im Mai 2005 hatten in Andischan usbekische Soldaten mehrere hundert Demonstranten erschossen. Die deutsche Bundeswehr nutzt einen Luftwaffenstützpunk in Usbekistan für ihren Afghanistaneinsatz.