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König Albert ruft Belgier zur Einheit auf

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König Albert ruft Belgier zur Einheit auf

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Belgiens König Albert der Zweite hat seine Landsleute zur Geschlossenheit aufgerufen. Ein schwieriges Jahr sei vorüber, so der Monarch in seiner Weihnachtsansprache. Man habe manchmal den Eindruck, die außenpolitischen Beziehungen Belgiens seien stabiler und strukturierter als das Verhältnis im Inneren des Landes. Es sei notwendig – vor allem für die Jungen – die Sprache der jeweils Anderen zu lernen. Dies sei eine Form des Bürgersinns, die viel zu lange vernachlässigt worden sei, so der Monarch weiter.

Mehr als ein halbes Jahr lang hatte der Streit zwischen den Sprachenregionen das Land gelähmt. Mit der gestern vereidigten Übergangs-Regierung unter dem bisherigen liberalen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt scheint die Krise vorerst beigelegt. Das fünf-Parteien-Bündnis soll bis Ostern im Amt bleiben. Dann will Wahlsieger Yves Leterme selbst das Ruder in die Hand nehmen.

Seit seiner Gründung wurde Belgien von den frankophonen Walloniern dominiert. Doch seit den 1960-er Jahren wuchs in Flandern mit der Wirtschaft auch der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit. Interims-Premier Verhofstadt rief alle Parteien auf, sich schnell auf eine Staatsreform zu einigen. Die Liebe sei manchmal besonders langlebig, so Verhofstadt, wenn es sich um eine Vernunftehe handele.