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Kenia vor der Wahl

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Kenia vor der Wahl

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In Kenia hat der Wahlkampf seinen Höhepunkt erreicht. Wenige Tage vor der Wahl haben Zehntausende Anhänger von Staatschef Mwai Kibaki und seinem Herausforderer Raila Odinga auf den Straßen Nairobis demonstriert. Beobachter sprechen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Präsident Kibaki und Odinga. Sie sehen in der Bevölkerung eine Bereitschaft zu zunehmender politischer Gewalt im Wahlkampf. In den vergangenen Wochen kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der größten Parteien mit Toten und Verletzten.

Präsident Kibaki kämpft nach fünf Jahren im Amt um seine Wiederwahl und eine Mehrheit für seine Partei der Nationalen Einheit. Sein aussichtsreichster Gegner ist zugleich ein früherer Mitstreiter. Verschiedenen Umfragen zufolge liegen die beiden in der Wählergunst nur zwei bis vier Prozentpunkte auseinander. Seit Juli sind bei Zusammenstößen zwischen Angehörigen verschiedener Stämme in Kenia mindestens 70 Menschen getötet worden. Zahlreiche Menschen sind vor der Gewalt auf der Flucht.

Auseinandersetzungen sind in Kenia vor Wahlen nicht ungewöhnlich. EU-Chefbeobachter Alexander Graf Lambsdorff sieht bei dieser Wahl jedoch eine besonders hohe Gewaltbereitschaft. Er warnte davor, dass auch nach der Wahl am 27. Dezember weitere Zusammenstöße drohten. Insgesamt sind mehr als 100 Wahlbeobachter der EU im Einsatz.