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Nemzow zieht Präsidentschaftskandidatur zurück

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Nemzow zieht Präsidentschaftskandidatur zurück

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Der russische Oppositionspolitiker Boris Nemzow hat seine Präsidentschaftskandidatur zurückgezogen. Der frühere Vize-Regierungschef war Kandidat der “Union der Rechten Kräfte”, einer liberalen Partei. Sie ist in der Duma nicht mehr vertreten.

Die Propaganda des Kremls erinnere an Goebbels, so Nemzow in einer Stellungnahme, der Staat gehe mit Gewalt gegen Oppositions-Kandidaten vor. Die Opposition solle sich auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten einigen. Nemzow war wie andere Oppositionspolitiker im Vorfeld der Parlamentswahl festgenommen worden.

Damit sind noch fünf registrierte Kandidaten im Rennen. Der frühere Regierungschef Michail Kasjanow begann gestern mit dem Sammeln von Unterstützer-Unterschriften. Nach seiner Entlassung 2004 engagierte er sich in der Bewegung “Anderes Russland”, im Juli gründete er seine eigene Partei. Wie alle Kandidaten, die nicht von einer Duma-Fraktion unterstützt werden, braucht er zwei Millionen Unterschriften, um zur Wahl antreten zu dürfen.

Der vom scheidenden Präsidenten Wladimir Putin unterstützte Vizeregierungschef Dimitri Medwedew liegt in Umfragen mit deutlichem Vorsprung vorn. Beobachter rechnen damit, dass Medwedew im März bereits im ersten Wahlgang die notwendige Mehrheit erzielen wird.