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Serbien will nicht ohne Kosovo in die EU

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Serbien will nicht ohne Kosovo in die EU

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Serbien will nicht zugunsten einer EU-Mitglied auf das Kosovo verzichten. Eine geplante Resolution des Parlaments sieht vor, dass das Land seine Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union und NATO einfriert, sollte der Westen die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen.

Das Thema hatte zuletzt für Spannungen in der Regierungskoalition gesorgt. Ministerpräsident Vojislav Kostunica hatte eine harte Linie gegenüber Brüssel vertreten. In ihrem Assoziierungsabkommen lockt die EU mit schneller Mitgliedschaft, wenn das Thema Kosovo gelöst ist. Präsident Boris Tadic will am Weg in die EU festhalten und das Abkommen unterzeichnen.

Es wird erwartet, dass die mehrheitlich von Albanern bewohnte Provinz im kommenden Frühjahr ihre Unabhängigkeit erklärt. Serbien bietet eine weitgehende Autonomie an, will ein unabhängiges Kosovo jedoch nicht akzeptieren. Die Verhandlungen waren zuletzt auch im Weltsicherheitsrat gescheitert. Die Region steht derzeit unter UN-Verwaltung und wird von einer NATO-Friedenstruppe kontrolliert.

Die EU hofft auf eine Unabhängigkeitserklärung erst nach den serbischen Präsidentenwahlen im Februar, denn Brüssel fürchtet ein Erstarken der Nationalisten. Das Thema droht dennoch, den Wahlkampf zu dominieren. Umfragen zufolge wollen die meisten Serben beides: Eine EU-Mitgliedschaft mit Kosovo.