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Nach Urteil im Tschad: Arche-Zoé-Mitarbeiter hoffen auf Überstellung nach Frankreich

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Nach Urteil im Tschad: Arche-Zoé-Mitarbeiter hoffen auf Überstellung nach Frankreich

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Das Urteil gegen die Mitglieder der Organisation Arche de Zoé im Tschad sorgt für Aufregung – bei Anwälten wie Familienangehörigen. Die sechs Franzosen sind wegen versuchter Kindesentführung jeweils zu acht Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Damit blieb das Gericht jedoch weit unter der möglichen Höchststrafe von 20 Jahren Zwangsarbeit. Anwalt Gilbert Collard sieht nun die Regierung in Paris in der Pflicht: “Ich hoffe, dass Frankreich jetzt schnell handelt und unsere Bürger nach Hause holt, denn hier sitzen sie in der Falle. Es sollte gezeigt werden, dass Gerechtigkeit im Tschad herrscht, aber tatsächlich ist das nicht der Fall.”

Die Mitglieder der Organisation sind zusätzlich zu einer Geldstrafe von mehr als sechs Millionen Euro verurteilt worden. Sie selbst hatten jedoch alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die Ehefrau eines Verurteilten war außer sich. Antonia van Winkelberg sagte zu Journalisten: “Sehen Sie meine Verzweiflung…acht Jahre hat er bekommen, dafür, dass er sich für Menschen engagierte.” Die Ehefrau eines anderen Arche-de-Zoé-Mitarbeiters hofft, dass ihr Mann nach Frankreich überstellt wird. Durch ein Abkommen aus den 70er Jahren, ist es möglich, dass im Tschad verurteilte Franzosen ihre Haftstrafe zu Hause absitzen.

Das Gericht in der Hauptstadt N`Djamena hatte Arche-de-Zoe-Gründer Eric Bréteau vorgeworfen, sich wie ein Sklavenhändler verhalten zu haben. Bréteau erklärte dagegen, Mittelsmänner hätten die 103 Kinder, die zu Familien nach Frankreich und Belgien gebracht werden sollten, als Waisen aus dem Sudan ausgegeben.