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Serbien könnte für das Kosovo auf EU-Mitgliedschaft verzichten

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Serbien könnte für das Kosovo auf EU-Mitgliedschaft verzichten

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Belgrad hat im Konflikt um das Kosovo den Druck erhöht: In einer am diesem Mittwoch vom serbischen Parlament verabschiedeten Resolution heißt es, die Provinz sei und bleibe “integraler Bestandteil” des Landes. Serbien werde keine internationalen Abkommen unterzeichnen, die dies nicht respektieren, und es werde seine diplomatischen Beziehungen mit Staaten überprüfen, die dies in Frage stellen sollten.

Präsident Boris Tadic sprach sich zwar gegen eine Isolierung Serbiens aus, doch gefährdet die Resolution das für Januar geplante Stabilisierungsabkommen mit der EU, denn die Anerkennung einer einseitigen Unabhängigkeitserklärung der noch südserbischen Provinz ist für die Mehrzahl der Mitgliedsstaaten bereits ausgemacht.

Beobachter gehen davon aus, dass es schon bald zu einer Abspaltung des Kosovo kommt, nachdem die Verhandlungen über dessen Zukunft zuletzt auch im Weltsicherheitsrat gescheitert waren. De fakto über Serbien seine Souveränität schon lange nicht mehr aus: Die Provinz steht seit acht Jahren unter UN-Verwaltung und wird von einer NATO-Friedenstruppe kontrolliert. Trotz der blockierten Verhandlungen heißt es in der Resolution des serbischen Parlaments, allein der UN-Sicherheitsrat könne über den zukünftigen Status des Kosovo entscheiden.