Eilmeldung

Eilmeldung

Wahlen in Kenia

Sie lesen gerade:

Wahlen in Kenia

Schriftgrösse Aa Aa

In Kenia sind heute 14 Millionen Menschen aufgerufen ein neues Parlament und einen neuen Präsidenten zu wählen. Die Vorbereitungen zur Wahl waren am Mittwoch von Gewalt überschattet worden. In der westlichen Provinz Nyanza, einer Hochburg der Opposition, wurden mindestens drei Polizisten getötet. Sie sollen die Manipulation der Abstimmung zu Gunsten von Präsident Mwai Kibaki geplant haben. Eine aufgebrachte Menge habe die Männer attackiert, berichteten Augenzeugen.

Kibaki rief die Kenianer zur Ruhe auf, es gebe keine Verschwörung, sagte er. Zusätzliche Polizisten dienten der Sicherheit. Das lokale Fernsehen KTN hatte Bilder von Polizisten gezeigt, die bei Dunkelheit von Nairobi nach Nyanza gebracht wurden. Sie waren mit Ausweisen von Kibakis Partei ausgestattet.

Kibakis Herausforderer Raila Odinga lag in Umfragen knapp vorne. Der 62jährige Geschäftsmann und frühere politische Gefangene gibt sich als Anwalt der armen Bevölkerungsschichten. Deutliche Unterschiede im politischen Programm beider Kandidaten sind insgesamt jedoch nicht festzustellen. Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Kibaki und Odinga erwartet.

Rund 15-tausend internationale Beobachter überwachen die Wahlen. Der Leiter der Beobachter-Mission der EU, Alexander Graf Lambsdorff, zeigte sich besorgt über das Ausmaß der Gewalt im Vorfeld der Wahlen. Seit Juli sind in Kenia mindestens 70 Menschen bei politisch motivierten Ausschreitungen getötet worden.