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Warten auf Freilassung dreier FARC-Geiseln

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Warten auf Freilassung dreier FARC-Geiseln

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Eine Frage von Stunden oder Tagen könnte es sein, bis Clara Rojas nach Jahren im kolumbianischen Dschungel freikommt. Die Regierung in Bogotá hatte gestern Grünes Licht für die Operation gegeben. Mit Rojas sollen auch ihr in der Geiselhaft geborener Sohn und die Abgeordnete Consuelo Conzalez aus der Gewalt der FARC befreit werden.

Die Rebellen bezeichnen sich selbst als marxistisch. Sie sind jedoch vorwiegend kriminell: Haupteinnahmequellen sind Lösgelderpressung und Drogenanbau. Bis zu 16.000 Kämpfer, schätzen Experten, gehören der Guerilla an. Sie kontrollieren bis zu ein Drittel des Landes.

Mehre venezolanisches Flugzeuge sollen nun in den Dschungel starten. Kolumbiens Außenminister Fernando Araujo stellt nur eine Bedingung: Die Maschinen sollen das Emblem des Internationalen Roten Kreuzes tragen. An Bord sollen so genannte “Garanten” aus mehreren Ländern sein, wie Venezuelas Präsident Hugo Chavez gestern erklärte. Darunter auch Nestor Kircher, der frühere Präsident Argentinies. Für Chavez steht seine Glaubwürdigkeit auf dem Spiel: Er hatte in dem Konflikt zu vermitteln versucht, später hatte ihm Kolumbien jedoch das Mandat entzogen.

Die Freilassung hatten die FARC als Vorleistung für einen Gefangenenaustausch angekündigt: Für rund 500 inhaftierte Kämpfer wollen sie bis zu 50 Geiseln freilassen. Die Prominenteste unter ihnen ist die 2002 entführte damalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt. Sie hat auch einen französischen Pass. Paris hatte vergangene Woche angebotene, freigelassene FARC-Kämpfer aufzunehmen.