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Blutige Unruhen nach umstrittener Kenia-Wahl

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Blutige Unruhen nach umstrittener Kenia-Wahl

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Nach dem umstrittenen Wahlsieg des Präsidenten kommt es in Kenia weiterhin zu Unruhen. Erneut gab es auch Todesopfer; die Gewalt hat offenbar neue Ausmaße erreicht. Sie konzentriert sich im Westen des Landes, wo der unterlegene Kandidat Raila Odinga seine Hochburgen hat, bei der Volksgruppe der Luo.

Aus einem Krankenhaus in der Stadt Kisumu berichten Augenzeugen inzwischen von fast fünfzig Leichen. Fast alle Toten hätten Schusswunden. Zuvor hatte schon die Polizei in Kisumu mitgeteilt, man habe in der Nacht sieben Menschen erschossen. In den Elendsvierteln der Hauptstadt Nairobi, wo Odinga ebenfalls viele Anhänger hat, wurden fünfzehn Leichen entdeckt. Eine weitere Quelle spricht sogar von vierzig Opfern.

Die Wahlkommission hatte Staatspräsident Mwai Kibaki gestern zum Sieger erklärt, mit einem knappen Vorsprung von zweihunderttausend Stimmen. Wenig später ließ sich der 76-jährige Kibaki bereits zu seiner zweiten Amtszeit vereidigen. Der Präsident gehört zur Volksgruppe der Kikuyu, der größten Gruppe in Kenia.

Sein Konkurrent Odinga hatte seit Monaten in fast allen Umfragen geführt. Er sieht sich selbst als Sieger und wirft Kibaki Wahlfälschung vor. Auch die Wahlbeobachter der Europäischen Union haben an dem Ergebnis ihre Zweifel. Nach ihren Angaben verlief die Stimmabgabe selber allerdings fair; Probleme habe es erst später gegeben, beim Zusammenrechnen der Ergebnisse in den Kreisstädten und bei der Wahlkommission.