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Slowenien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

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Slowenien übernimmt EU-Ratspräsidentschaft

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Blauer Weihnachtsbaum mit gelben Sternen – auch so wird man in Slowenien auf die erste EU-Ratspräsidentschaft eingestimmt, die ein ehemals kommunistisches Land übernimmt. Slowenien hat als das erste der 2004 beigetretenen Länder schon vor einem Jahr den Euro eingeführt.

Fragt man die Leute auf der Straße, was sie von der Ratspräsidentschaft erwarten, so bekommt man Antworten wie:“Dass man uns nicht mehr mit der Slowakei verwechselt.”
Auch dieser Slowene erhofft sich vor allem höheres Ansehen für sein Land, von dem jetzt viele Leute noch nicht einmal wissen, wo es liegt.

Slowenien liegt an der Adria, grenzt an Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien.
Mit gut 20.000 Quadratkilometern ist es etwa so groß wie das deutsche Bundesland Hessen

Ein Menschenalter lang gehörte Slowenien als einer der 6 Bundesstaaten zu Titos “Sozialistischer Föderativer Republik Jugoslawien”. Nach der Unabhängigkeitserklärung am 25. Juni 1991 griffen zwar jugoslawische Truppen ein. Die abzuwehren dauerte aber nur 10 Tage. Nach der Verabschiedung einer demokratischen Verfassung im Dezember ´91 wurde der neue Staat von allen EG-Mitgliedern anerkannt.

Mit 2 Millionen Einwohnern ist Slowenien nach Malta, Luxemburg, Zypern und Estland der Fünft-kleinste EU-Staat. Mit 5 % hat Slowenien eine beneidenswert niedrige Arbeitslosenquote – mit 5,7 % gleichzeitig eine beunruhigend hohe Inflationsrate.

Auf den Jubel zum EU-Beitritt 2004 folgten einige innenpolitische Turbulenzen.
So musste die konservative Regierung jüngst die Wahl eines links-orientierten Präsidenten hinnehmen.

Außenminister Dimitrij Rubel bezeichnet die anstehende Aufgabe als “Herausforderung und Anerkennung zugleich”. Er spricht von der Hoffnung, dabei so erfolgreich zu sein wie andere Länder zuvor.

Die wichtigste Aufgabe der slowenischen Ratspräsidentschaft liegt in der Nachbarschaft:
Es geht um die Kosovo-Frage. Die EU will Juristen, Polizisten und Verwaltungsfachleute in einer “Mission Rechtsstaat” ins Kosovo entsenden.