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Slowenien übernimmt zum Jahreswechsel EU-Vorsitz

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Slowenien übernimmt zum Jahreswechsel EU-Vorsitz

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Zum Jahreswechsel übernimmt Slowenien von Portugal den Vorsitz in der Europäischen Union. Auf diesem Posten ist es das erste der noch relativ neuen Mitglieder, die 2004 in die EU eingetreten sind.

Das kleine Land zwischen Österreich und der Adria will dadurch bekannter werden; noch wird es gerne mit der Slowakei verwechselt. Eine Umfrage in der Hauptstadt Ljubljana macht aber schon Mut, wie bei diesem deutschen Urlauber: “Ja, Slowenien wird die Europäische Union führen. Klar, das weiß ja jeder!” Und auch diese Italiener liegen richtig: “Den EU-Vorsitz nächstes Jahr? Hat doch Slowenien!”

Das frühere Bundesland Jugoslawiens hat sich zum Vorzeigestaat und EU-Musterschüler entwickelt; sogar den Euro hat es schon eingeführt. Für alle EU-Treffen der nächsten Monate wurde nun eigens ein Kongresszentrum erbaut, in Brdo, wo früher Jugoslawiens Staatschef Tito Urlaub machte – in der Nähe von Ljubljana, aber auch schon am Rand der Alpen.

Nicht alle Slowenen halten aber den EU-Vorsitz für eine gute Sache: “Weder gut noch schlecht,” sagt ein Mann in Ljubljana; “nützt doch nur den Politikern.” Aber eine Frau hier findet: “Das Land wird dadurch in der Welt bekannter.”

Die größte Herausforderung für Slowenien an der Spitze der EU: der Kosovo-Streit. Die serbische Provinz will sich bald für unabhängig erklären. Slowenien will vermitteln und verweist auf die gemeinsame jugoslawische Vergangenheit.