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Kenia kommt nicht zur Ruhe

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Kenia kommt nicht zur Ruhe

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Bei den gewalttätigen Ausschreitungen nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Mwai Kibaki sind nach Angaben des roten Kreuzes mehr als Hundert Menschen getötet worden. Mit den anhaltenden Unruhen wächst der Druck auf Kibaki. Dieser ruft unterdessen dazu auf das so wörtlich “demokratische” Wahlergebnis anzuerkennen: Die Wahl liegt jetzt hinter uns – sagte er, und: Es ist Zeit, sich zu versöhnen.

Vor allem in den Slums von Nairobi ist die Lage noch angespannt. Für Donnerstag hat Oppositionsführer Raila Odinga zu einer friedlichen Demonstration mit schwarzen Trauerbändern aufgerufen.

Kibaki hat die Wahl offiziell mit einem Vorsprung von rund 230 000 Stimmen gewonnen. Die Wahlbeobachter der europäischen Union äusserten jedoch Zweifel an einer korrekten Auszählung.

Auch der US-Botschafter in Kenia Michael Ranneberger beklagt schwerwiegende Unregelmässigkeiten, die Auswertung sei verfälscht und der ganze Prozess insgesamt nicht transparent.

In der Hauptstadt sehen die Kenianer den nächsten Tage nicht gerade zuversichtlich entgegen. Vor den Geschäften bildeten sich lange Schlangen und sämtliche Geldautomaten in Nairobi sind geleert worden.