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Lage in Kenia bleibt angespannt

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Lage in Kenia bleibt angespannt

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Die Lage in Kenia bleibt nach der umstrittenen Präsidentenwahl angespannt. Das Aufgebot an Sicherheitskräften ist nach den Unruhen der letzten Tage groß. Der Auslöser für diese Unruhen war der Wahlsieg von Präsident Mwai Kibaki. Er gewann die Abstimmung knapp vor Raila Odinga, der seit Monaten in fast allen Umfragen geführt hatte. Sofort nach der Bekanntgabe seines Sieges ließ er sich erneut vereidigen.

Damit begannen die Unruhen; zusätzlich wird nun in einigen Gegenden manches auch noch knapp: Und was zu haben ist, wird auf Vorrat gekauft. “Das wird wohl ein, zwei Wochen dauern,” sagt ein Mann hier vor dem Laden, “ich will lieber sichergehen, also decke ich mich für drei Wochen ein.” Besonders betroffen sind Gebiete wie die Elendsviertel der Hauptstadt Nairobi oder der Westen Kenias um die Stadt Kisumu, wo der Wahlverlierer Odinga viele Anhänger hat.

Die Europäische Union erkennt Kibakis Wahlsieg bisher nicht an. Die EU-Wahlbeobachter stellen in einem Zwischenbericht fest, die Abstimmung habe die Anforderungen an eine demokratische Wahl weit verfehlt. Das Zusammenrechnen der Stimmen sei undurchsichtig gewesen; an dem Ergebnis zweifele man daher. Die Beobachter sprechen sich für eine unabhängige Untersuchung aus.

Trotz der Sicherheitsvorkehrungen wurden in einigen Städten auch an diesem Tag wieder Leichen gefunden; die meisten von ihnen wie schon in den vergangenen Tagen mit Schusswunden. Die Opferzahlen für die letzten Tage gehen auseinander, bewegen sich aber zumeist um die 150.

Bei der Parlamentswahl am gleichen Tag hat Odingas Partei allerdings deutlich gewonnen. Für Donnerstag hat er seine Anhänger zu einer großen Kundgebung im Zentrum von Nairobi aufgerufen.