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Weiterhin Unruhen nach Kenias Präsidentenwahl

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Weiterhin Unruhen nach Kenias Präsidentenwahl

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Kenia kommt nach der umstrittenen Präsidentenwahl nicht zur Ruhe. Die Gegner von Präsident Mwai Kibaki werfen ihm Wahlbetrug vor; er hatte nur mit geringem Vorsprung vor Raila Odinga gewonnen. Auch die Wahlbeobachter der EU zweifeln das Ergebnis an.

Erneut kam es zu Auseinandersetzungen, vor allem in den Elendsvierteln der Hauptstadt Nairobi und im Westen des Landes, wo Wahlverlierer Odinga viele Anhänger hat. Dort sorgt jetzt ein Massenmord für Entsetzen: In der Stadt Eldoret wurde eine Kirche angezündet, in die sich viele Menschen geflüchtet hatten. Dutzende von ihnen verbrannten wohl bei lebendigem Leibe, viele von ihnen Kinder. Wie Augenzeugen berichten, haben schon Tausende Menschen Zuflucht in Kirchen gesucht. In der Gegend seien gewalttätige Banden unterwegs; man könne nicht mehr hinausgehen.

Odinga zeigt sich erschüttert und fordert ein Ende dieser Morde. Er verweist aber darauf, dass ja Präsident Kibaki an der Macht sei, egal wie unrechtmäßig: Der habe nun auch die Pflicht, das Leben der Menschen in diesem Land zu schützen.

Allerdings sind die Opfer vor allem Kikuyu, gehören also zur Volksgruppe des Präsidenten. Nach dessen umstrittenem Wahlsieg sind andere Volksgruppen aufgebracht; viele Kikuyu sind auf der Flucht, sogar über die Grenze nach Uganda. Das kenianische Rote Kreuz schätzt die Zahl der Vertriebenen jetzt auf mindestens siebzigtausend. Getötet wurden bei den Unruhen seit der Wahl wohl zwischen zwei- und dreihundert Menschen.