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Kenia vor humanitärer Katastrophe: Lebensmittel werden knapp, Zehntausende sind auf der Flucht

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Kenia vor humanitärer Katastrophe: Lebensmittel werden knapp, Zehntausende sind auf der Flucht

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Vor den wenigen geöffneten Geschäften in der kenianischen Hauptstadt Nairobi bilden sich lange Schlangen: Die humanitäre Lage in dem Ostafrikanischen Land wird zusehends kritischer. Lebensmittel und Wasser sind Mangelware, denn seit den Präsidentschaftswahlen und den damit einhergehenden schweren Unruhen halten die meisten Händler ihre Läden geschlossen. Viele Geschäfte sind leer, seit sich Mitarbeiter der Vereinten Nationen in Erwartung eines Bürgerkriegs mit Vorräten eindeckten – und manche wurden geplündert. “Es ist schwierig”, meint eine Frau. “Wir haben nichts zu essen, die Geschäfte sind ausgeraubt, es gibt kein Benzin und keine Kohlen.”

Hunderte Menschen wurden nach den Ausschreitungen mit Verletzungen in die Krankenhäuser gebracht. Vor allem im Westen des Landes nehmen die Spannungen zwischen den Volksgruppen zu: den Kikuyu, denen Präsident Kibaki angehört, und den Luo, zu denen sich Herausforderer Odinga zählt. Ein Polizeivertreter sprach von “ethnischer Säuberung”. Mehr als 70.000 Menschen sind nach Angaben des Roten Kreuzes im Westen Kenias auf der Flucht – zahlreiche Kikuyu versuchen, ins benachbarte Uganda zu gelangen. Luftaufnahmen zeigen immer wieder brennende Häuser und Farmen und zahlreiche Straßensperren.