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Weitere Gewalt in Kenia trotz internationaler Friedensappelle

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Weitere Gewalt in Kenia trotz internationaler Friedensappelle

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Angesichts der blutigen Unruhen in Kenia haben politische Führer weltweit zur Mäßigung aufgerufen. Doch die Ausschreitungen gingen auch heute weiter. Hintergrund ist der umstrittene Ausgang der Präsidentenwahl vom vergangenen Sonntag. Amtsinhaber Mwai Kibaki war zum Sieger erklärt worden. Oppositionskandidat Raila Odinga akzeptiert dieses Ergebnis nicht; internationale Appelle zum direkten Dialog wies er zurück.

Seit der Wahl sind möglicherweise mehr als dreihundert Menschen bei Zusammenstößen und Anschlägen ums Leben gekommen – vor allem im Umkreis der Hauptstadt Nairobi sowie im Westen des Landes, wo die Opposition besonders viele Anhänger hat. Dort, in dem Ort Eldoret, setzte ein rasender Mob eine Kirche in Brand, in der Anhänger des Präsidenten versammelt waren. Etwa fünfzig Menschen kamen ums Leben.

Oppositionsführer Odinga sprach von Völkermord, sah jedoch Kräfte des Präsidenten am Werke. Seine eigenen Anhänger würden massakriert, obwohl sie nur friedlich gegen die Wahlfälschung demonstriert hätten.

Der Chef der Wahlkommission erklärte inzwischen, die Partei des Präsidenten habe vor der Bekanntgabe des Ergebnisses Druck auf die Kommission ausgeübt. Doch der Wahlkampfleiter der Präsidentenpartei erklärte, die Wahl sei gelaufen und laut Verfassung stehe das Ergebnis fest, sobald es von der Wahlkommission bekanntgegeben worden sei. Für Einwände sei das Höchste Gericht zuständig. Angesichts der Gewalt sind nach Angaben kenianischer Behörden siebzigtausend Menschen auf der Flucht. Lebensmittel und Treibstoff sind knapp geworden. Auffanglager wurden eingerichtet. Die Afrikanische Union will in dem Konflikt vermitteln.