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Iowa macht den Anfang beim elfmonatigen US-Wahlmarathon

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Iowa macht den Anfang beim elfmonatigen US-Wahlmarathon

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Die Vorwahlen in Iowa sind der Auftakt für einen regelrechten Wahlmarathon, der sich über fast ein Jahr hinzieht. Wobei es sich zu Anfang um eine rein parteiinterne Angelegenheit der Kandidatenkür handelt.

Die Parteimitglieder bestimmen zuerst in Iowa und bis Juni in den übrigen Bundesstaaten darüber, wer Spitzenkandidat werden soll. Allein am Super-Dienstag Anfang Februar stehen in 22 Staaten Vorwahlen an. Danach dürfte der Spitzenkandidat feststehen. Ob Barack Obama oder Hillary Clinton in Iowa das Rennen macht, sagt darüber noch nichts aus.

In Iowa wird nach dem Caucus-System gestimmt, also in örtlichen geschlossenen Parteiversammlungen nach basisdemokratischer Beratung. Die meisten anderen Staaten lassen bei Primaries in öffentlichen Wahllokalen abstimmen.

Bei den Demokraten treten acht Kandidaten an. Die Favoriten nicht nur in Iowa sind die Senatoren Clinton und Obama und Ex-Senator John Edwards. Mit Clinton hätten die USA die erste Frau, mit Obama den ersten Schwarzen im Präsidentenamt.

Bei den Republikanern kämpfen sieben Kandidaten um die Gunst ihrer Parteikollegen und des Publikums. Sie müssen den politischen Spagat hinbekommen, auf Distanz zum regierenden Präsidenten Bush zu gehen, ohne illoyal zu wirken.
Favoriten sind hier die Ex-Gouverneure Mike Huckabee und Mitt Romney. New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani werden zwar in Iowa wenig Chancen eingeräumt, auf nationaler Ebene aber schon.

So, wie die Amerikaner ihren Präsidenten indirekt über Wahlmänner wählen, werden zuvor auch die Spitzenkandidaten indirekt gekürt. In den Vorwahlen bis zum Sommer wird letztlich erst einmal über die Zahl der Delegierten für den jeweiligen Bewerber entschieden. Diese Delegierten küren dann bei Parteitagen der Demokraten im August und der Republikaner im September offiziell den Spitzenkandidaten für die eigentliche Wahl im November. Dabei müssen sie loyal für den Bewerber stimmen, für den sie selbst ausgewählt wurden.

Der Ausgang der Wahl ist noch völlig offen. Sicher scheint jedoch schon jetzt, dass es der teuerste Wahlkampf in der Geschichte der Vereinigten Staaten wird.