Eilmeldung

Eilmeldung

Lage in Kenia nach verbotener Kundgebung weiter angespannt

Sie lesen gerade:

Lage in Kenia nach verbotener Kundgebung weiter angespannt

Schriftgrösse Aa Aa

Trotz Verbots hatten in den Elendsvierteln von Nairobi, den Hochburgen von Oppositionskandidat Raila Odinga, zahlreiche Menschen versucht, zu einer geplanten Massenkundgebung zu gelangen. Sie wurden von tausenden Sicherheitskräften gewaltsam daran gehindert. Die Polizei schoss mit Tränengas und scharfer Munition. Im Zentrum der Hauptstadt bezogen paramilitärische Einheiten Stellung.

Zwei Oppositions-Abgeordnete wurden verhaftet, weil sie zu der Kundgebung aufgerufen haben sollen. Die Opposition hatte die Proteste abgesagt, um den blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten ein Ende bereiten. Die Veranstaltung war von der Regierung verboten wurden.

Seit Beginn der Unruhen wurden rund 350 Menschen getötet. Nach Polizeiangaben gab es am Donnerstag vier weitere Todesopfer. Drei von ihnen seien bei einer Demonstration vor einer Wache erschossen worden. Ein weiterer erlitt einen Stromschlag, nachdem eine Kugel eine Leitung getroffen hatte.

Unterdessen mehren sich die Unstimmigkeiten: Medienangaben zufolge soll der Chef der Wahlkommission erklärt haben, er sei dazu gedrängt worden, die Wiederwahl von Präsident Mwai Kibaki zu erklären. Internationale Beobachter sprachen von “schweren Unregelmäßigkeiten”.

In mindestens zwei Wahlkreisen zählten EU-Vertreter zehntausende Stimmen weniger für den Amtsinhaber als das offizielle Ergebnis auswies. Kibaki war mit einem Vorsprung von 230.000 Stimmen zum Sieger erklärt worden, und die gleichzeitig stattfindenden Parlamentswahlen hatte die Opposition gewonnen. Der Generalstaatsanwalt verlangte eine unabhängige Untersuchung.