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Opposition in Kenia ruft zu Massenkundgebung auf

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Opposition in Kenia ruft zu Massenkundgebung auf

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Der Machtkampf nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Kenia könnte heute einen neuen Höhepunkt erreichen: Wahlverlierer Raila Odinga hat seine Anhänger zu einer Großkundgebung in der Hauptstadt Nairobi aufgerufen. Die Polizei hat diese
Kundgebung aber verboten; sie begründet das mit den derzeitigen Unruhen – sie könne nicht zusätzlich
für die Sicherheit bei so einer Veranstaltung sorgen.

Bei der Wahl hatte Präsident Mwai Kibaki knapp gewonnen; Beobachter zweifeln seinen Sieg aber an, die Opposition erst recht. Ein Sprecher von Odingas Partei betont noch einmal, dieser sei demokratisch zum Präsidenten gewählt worden. Kibaki und die Wahlkommission hätten die Demokratie untergraben, um auf Dauer eine Diktatur zu errichten.

Seit das Ergebnis bekanntgegeben wurde, kommt es in einigen Gegenden Kenias zu schweren Unruhen. Rund dreihundert Menschen wurden in den letzten Tagen getötet, zum Teil unter grausamen Umständen.

Die Welt bemüht sich um eine Lösung; die UNO will vermitteln, ebenso die Afrikanische Union. Der britische Regierungschef Gordon Brown sagt, die ganze Weltgemeinschaft bemühe sich um ein Ende der Gewalt in Kenia. Die Anführer von Regierung und
Opposition dort hätten aber auch die Pflicht, auf ihre Anhänger einzuwirken.

Stattdessen werfen sie sich aber gegenseitig Völkermord vor. Die Regierung hält keine Vermittlung für nötig; Odinga hat schon weitere Massenaktionen angekündigt. Inzwischen sind bereits Zehntausende vor der Gewalt auf der Flucht.