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Keine Entspannung in Kenia

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Keine Entspannung in Kenia

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Im Machtkampf nach der umstrittenen Präsidentenwahl in Kenia gibt keine Seite nach. Die geplante Großkundgebung der Opposition in der Hauptstadt Nairobi wurde abgesagt, soll aber nun heute stattfinden. Der knapp wiedergewählte Staatspräsident Mwai Kibaki erklärt sich jetzt auf weltweiten Druck zum Gespräch bereit – natürlich nur, wenn die Opposition
vorher alle ihre Proteste beendet.

Also wird es so schnell nicht dazu kommen: Im Moment stehen sich beide Seiten unversöhnlich gegenüber und werfen sich gegenseitig Völkermord vor. Wahlverlierer Raila Odinga lässt sich an einer Leichenhalle filmen: Was er gesehen habe, sagt er, lasse sich kaum beschreiben – nur als Völkermord; er habe so viele tote Kinder gesehen.

Bei den Ausschreitungen sind bisher wahrscheinlich über dreihundert Menschen getötet worden. Zehntausende sind vor der Gewalt auf der Flucht.

Schwerpunkte der Unruhen sind die Elendsviertel der Hauptstadt Nairobi sowie der Westen des Landes, wo Odingas Anhänger vor allem leben.

Vor allem aus den Elendsvierteln wollten viele gestern auch zu der geplanten Kundgebung aufbrechen; mit einem Großaufgebot verhinderte die
Polizei das aber.

Die Wahl letzte Woche hatte Kibaki nach dem offiziellen Ergebnis knapp gewonnen. Internationale Beobachter zweifeln seinen Sieg aber an, die Opposition sowieso. Nicht einmal der Wahlleiter kann noch sagen, wer nun eigentlich gewonnen hat.