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Erneut Zusammenstöße im Kampf um Müll von Neapel

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Erneut Zusammenstöße im Kampf um Müll von Neapel

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Im Kampf um den Müll von Neapel ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polzei gekommen. Seit Wochen wird in der Millionenstadt und den Umlandkommunen der Müll nicht mehr abgeholt, weil die Deponien überfüllt sind. Erboste Einwohner des westlichen Vororts Pianura wehren sich gegen die Wiederinbetriebnahme einer Deponie, die vor mehr als zehn Jahren geschlossen wurde. Wir werden weder heute noch morgen hier weggehen, sagte ein Demonstrant zu Polizisten.
In der verganenen Nacht wurde auf Anordnung der Regierung die Armee eingesetzt, um in der Provinz Neapel und der angrenzenden Provinz Caserta den vor Schulen angehäuften Müll zu beseitigen. Damit sollte die drohende Schließung zahlreicher Schulen verhindert werden. Zahlreiche Kommunalverwaltungen schickten dazu Lastwagen. Schuldirektoren hatten angekündigt, die Weihnachtsferien aus hygienischen Gründen zu verlängern. Ein Schulbusfahrer sagte,
er könne diese Verantwortung nicht mehr übernehmen: Was solle denn mit den Kindern geschehen, wenn die Proteste noch heftiger würden?
Eine Mutter sagte, sie und weitere Eltern hätten entschieden, ihre Kinder nicht zur Schule zu schicken, da die Straßen vergiftet seien.
Das Problem der überfüllten Mülldeponien ist in Neapel seit langem bekannt.
Die Wiedereröffnung oder Neueinrichtung von Deponien wird von den Bewohnern der betroffenen Gebiete abgelehnt.