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EU-Kommission kuckt sechs innovative "Pilotmärkte" aus

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EU-Kommission kuckt sechs innovative "Pilotmärkte" aus

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Nachhaltiges Bauen soll es bringen, erneuerbare Energien und Recycling. Aber auch Produkte aus Pflanzenmaterial, “technische Textilien” wie etwa Schutzkleidung oder elektronische Gesundheitsdienste, genannt eHealth. Auf diesen Märkten soll Europa künftig die Nase vorn haben, wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht. Ein Aktionsplan soll die Mitgliedsstaaten motivieren, europäische Unternehmen auf sechs “Pilotmärkten” aussichtsreich zu positionieren.

Und das soll so funktionieren:

- nationale Behörden entwickeln in den kommenden drei Jahren einheitliche Standards und Kennzeichnungen und informieren über besonders zukunftsträchtigen Produkte

- öffentliche Aufträge kurbeln die Nachfrage an

Nach Ansicht von Industriekommissar Günter Verheugen haben Europas Unternehmen auf diesen Märkten das Zeug, weltweit führend zu werden. Häufig seien die Märkte aber noch zersplittert und der Weg vom neuen Produkt zu mehr Nachfrage zu lang.

Bis 2020 könnte sich so der Umsatz auf den sechs Pilotmärkten auf gut 300 Milliarden EURO mehr als verdoppeln – schätzt die EU-Kommission. Positiver Nebeneffekt: mehr als eine Million neue Arbeitsplätze.

Im Einzelnen sollen einheitliche Standards, Kennzeichnungsregeln und Informationskampagnen Kunden für energieeffiziente Baumaterialien interessieren, für Recycling und Abfallwirtschaft. Der Markt für erneuerbare Energien beispielsweise leide unter der Zersplitterung der Fördersysteme. Die Energiepreise spiegelten oft die externen Kosten der Energienutzung nicht korrekt wider.

Bei innovativen Produkten aus Biostoffen fehle den Kunden mangels Information oft das Vertrauen – funktioniert das Ding auch wirklich und wie lange hält es ?

Elektronische Gesundheitsdienste könnten nach Meinung der EU-Kommission den Anstieg der Gesundheitskosten bremsen, wenn die nationalen Gesundheitsmärkte dazu gebracht würden, enger zusammenzuarbeiten.

Herstellern von intelligenter Spezial-Schutzkleidung schließlich könnten bessere Standardisierung und der Schutz von Urheber- und Markenrechten helfen – und mehr Nachfrage der öffentlichen Hand.